Mitunter ist das Drehbuch des Lebens an Genialität kaum zu überbieten. Kinga Farkas aus Budapest kam mit 14 Jahren das erste Mal nach Berlin – bei einem Schulausflug mit ihrer Klasse. Und war begeistert von dieser Stadt.
Leider klappte es mit der deutschen Sprache noch nicht so richtig – sie ärgerte sich über sich selbst. Also ging sie neben dem Gymnasium noch auf eine Privatschule, um endlich richtig deutsch zu sprechen. „Meine Freundinnen gingen zur Party, ich zur Sprachschule. Das war schon krass“, sagt sie. (Da fällt uns doch sofort das Motto unseres District Governors ein: „Machen ist wie wollen, nur krasser.“) Als sie mit 16 Jahren das zweite Mal mit ihrer Klasse Berlin besucht, unterstützt sie ihre Lieblingslehrerin Frau Pohner schon bei der Organisation einiger Programmpunkte.
Dann erfährt sie von Viktor, einem Schulkamerad, dass er an einem Lions-Jugendcamp in der Schweiz teilgenommen hat. Sie weiß: Das will ich auch mitmachen. Sie bewirbt sich – und ist 2018 eine der Glücklichen beim Jugendcamp in Berlin, organisiert von LF Hennes Schulz und Gabriela Lutter vom LC Berlin-Airport.
„Ich hatte hier den Spaß meines Lebens“, sagt sie. Eine Woche bei einer Gastfamilie, zwei Wochen im Camp. Sie betont: „Man macht hier nicht irgendwelche abgehobenen, extravagante Sachen, sondern lebt den Alltag in seiner Gastfamilie mit. Eben wie ein Familienmitglied. Extravagant ist aber die Experience“, sagt sie. 20 Jugendliche aus 17 Ländern. Die Welt so nah. „Ich habe in den drei Wochen Freundschaften fürs Leben geschlossen. Ich bin so dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte.“
Als sie wieder zurück in Budapest ist, hat sie wochenlang geweint. „Ich habe sie alle so vermisst.“ Wahre Freundschaften. Ein Geschenk des Lebens.
Dann macht sie ihr Abi, studiert in Budapest BWL mit dem Schwerpunkt Tourismusmanagement – auf deutsch.
Dann kam Corona. Dem Leben scheint der Stecker gezogen.
Stillstand.



